Zum Ersten, zum Zweiten und … zum Verwerter?

Bei der Begleitung von Schuldnervertretern in Insolvenzverfahren begegnen wir gelegentlich gravierenden Unzulänglichkeiten hinsichtlich der Inventarisierung und Verwertung von mobilem Anlagevermögen nach Beauftragung von Dienstleistern. Fehlende Transparenz lässt Raum für Dokumentationslücken. Begünstigt wird die Intransparenz durch den Umstand, dass externe Sachverständige in Personalunion für Inventarisierung und Bewertung, danach als Verwerter oder Versteigerer und sogar als Käufer aufgrund garantierter Mindestpreise gegenüber der Masse auftreten. Dies bleibt nicht ohne Konsequenzen. „Zum Ersten, zum Zweiten und … zum Verwerter?“ weiterlesen

Vorsicht: Sanierung

Es gibt kaum eine Unternehmensinsolvenz, in der die Geschäftsführer und Vorstände nicht persönliche Haftungstatbestände verwirklichen.

Nahezu 100% aller Unternehmensinsolvenzen gehen Sanierungsversuche voraus.

Auftraggeber, und damit Mandant der Sanierungsberatung, ist die Gesellschaft. Geschäftsführung und Vorstände sehen in diesem Mandat auch eine persönliche Interessenvertretung.

Doch VORSICHT: Letztlich stehen Geschäftsführung und Vorstände ohne Interessenvertretung da. Deutlich wird dies an dem ab 01.01.2015 bestehenden Verbot der doppelten Treuhand (§3 Abs. 1 BORA), einem in der Vergangenheit häufig praktizierten Modell in der Sanierungspraxis.

Die Vertretung von Vorständen und Geschäftsführern zur Vermeidung/Abwehr von Haftungsansprüchen und deren Vertretung in der Krise ist einer unserer neuen Beratungsschwerpunkte. Nach 34 Jahren Insolvenzverwaltung mit über 6.000 Bestellungen haben wir die Seiten gewechselt, um mit dieser Erfahrung vor Risiken und Haftung zu schützen.

Kündigung in der Insolvenz

Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens wird der Insolvenzverwalter zum Arbeitgeber. Dies bedeutet, dass das Arbeitsverhältnis nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens automatisch mit dem Insolvenzverwalter fortgesetzt wird. An den arbeitsrechtlichen Pflichten der beiden Vertragsparteien ändert sich mithin nichts. Der Arbeitnehmer ist nach wie vor zur Erbringung seiner Arbeitsleistung verpflichtet, der Arbeitgeber, mithin der Insolvenzverwalter zum Ausgleich des Arbeitslohnes.

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Rechte der Arbeitnehmer in der Eigenverwaltung

Die Insolvenzordnung sieht in § 270 InsO vor, dass das Insolvenzgericht in dem Beschluss über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens die Eigenverwaltung anordnen kann. Dies bedeutet, dass nicht ein Insolvenzverwalter eingesetzt wird, sondern der Insolvenzschuldner selbst berechtigt ist, auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens die Insolvenzmasse zu verwalten und über diese zu verfügen. Dies geschieht unter der Aufsicht eines sogenannten Sachwalters. „Rechte der Arbeitnehmer in der Eigenverwaltung“ weiterlesen